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iSFPStand: 21. Juli 2026Veröffentlicht am 09. Juni 20263 Min.

iSFP-Bonus einfach erklärt

Was der iSFP-Bonus bedeutet und wann ein individueller Sanierungsfahrplan zusätzliche Fördervorteile ermöglichen kann.

Kurzantwort

Der iSFP-Bonus (5 Prozent) wirkt nur noch auf den förderfähigen Kostenanteil zwischen 30.000 und 60.000 Euro je Wohneinheit. Bis 30.000 Euro bringt ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) beim Zuschuss keinen Unterschied. Sein eigentlicher Hebel ist der höhere Höchstbetrag: Ohne iSFP sind nur 30.000 Euro je Wohneinheit förderfähig, mit iSFP bis zu 60.000 Euro. Der maximale Bonus beträgt 1.500 Euro (5 Prozent auf die Spanne von 30.000 Euro).

Was der iSFP ist und warum er diesen Bonus gibt

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein Dokument, das ein zugelassener Energieberater für ein Gebäude erstellt. Er analysiert das Gebäude und zeigt, in welcher Reihenfolge energetische Maßnahmen sinnvoll wären, um das Gebäude schrittweise auf einen besseren Energiestandard zu bringen.

Der Bonus belohnt, dass Eigentümer nicht wahllos einzelne Maßnahmen umsetzen, sondern eine durchdachte Sanierungsstrategie verfolgen. Ein Fensteraustausch, der zum restlichen Gebäude und einem langfristigen Plan passt, ist energetisch wertvoller als eine isolierte Maßnahme ohne Gesamtblick.

Was das konkret bedeutet

Kleine Maßnahme (25.000 Euro förderfähige Kosten):

  • Ohne iSFP: 15 % = 3.750 Euro
  • Mit iSFP: 15 % = 3.750 Euro
  • Unterschied: 0 Euro. Bis 30.000 Euro wirkt der iSFP-Bonus nicht.

Große Maßnahme (50.000 Euro förderfähige Kosten):

  • Ohne iSFP: nur 30.000 Euro förderfähig, 15 % = 4.500 Euro
  • Mit iSFP: 15 % auf 50.000 Euro = 7.500 Euro, plus 5 % auf die Spanne 30.000 bis 50.000 Euro (also auf 20.000 Euro) = 1.000 Euro, zusammen 8.500 Euro
  • Unterschied: 4.000 Euro mehr Förderung

Der große Hebel ist also nicht der Bonus allein, sondern der höhere Höchstbetrag: Ohne iSFP endet die Förderung bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten, mit iSFP erst bei 60.000 Euro.

Wann lohnt sich ein iSFP

Finanziell lohnt sich der iSFP-Weg erst, wenn die förderfähigen Kosten einer Einzelmaßnahme deutlich über 30.000 Euro je Wohneinheit liegen, idealerweise Richtung 60.000 Euro. Bis 30.000 Euro bringt er beim Zuschuss nichts. Die Erstellung kostet je nach Gebäude und Anbieter zwischen 300 und 1.000 Euro; diese Kosten sind über die Energieberatungsförderung teilweise förderfähig.

Unabhängig vom Geld ist ein iSFP hilfreich, wenn mehrere Sanierungsschritte geplant sind. Er gibt Orientierung, in welcher Reihenfolge vorzugehen ist, und verhindert, dass spätere Maßnahmen frühere konterkarieren (zum Beispiel neue Fenster in eine Wand einbauen, die danach noch gedämmt werden soll).

Was der iSFP nicht ist

  • Kein automatischer Förderanspruch
  • Kein Ersatz für den BAFA-Antrag
  • Keine Garantie, dass die Förderung gewährt wird
  • Kein universelles Dokument für alle Förderprogramme

Der iSFP muss von einem nach BEG zugelassenen Energieberater erstellt werden. Ein selbst erstelltes Sanierungskonzept reicht nicht.

Typische Fehler

  • iSFP erstellen lassen, ohne die geplante Maßnahme abzugleichen
  • Annahme, dass der iSFP die BAFA-Antragstellung ersetzt
  • Maßnahme beauftragen, bevor BAFA-Antrag und iSFP vorliegen
  • iSFP-Bonus einkalkulieren, bevor die Berechtigung geprüft ist

Praxisbeispiel

Eine Eigentümerin plant eine große Fassaden- und Dachdämmung mit 55.000 Euro förderfähigen Kosten. Ihr Energieberater erstellt einen iSFP für das Gebäude.

  • Ohne iSFP: Nur 30.000 Euro sind förderfähig, 15 % ergeben 4.500 Euro.
  • Mit iSFP: Alle 55.000 Euro sind förderfähig, 15 % ergeben 8.250 Euro, dazu 5 % iSFP-Bonus auf die Spanne 30.000 bis 55.000 Euro (also auf 25.000 Euro) = 1.250 Euro, zusammen 9.500 Euro.

Der iSFP bringt hier rund 5.000 Euro mehr Förderung, bei einem Erstellungsaufwand von etwa 700 Euro. Läge die Maßnahme dagegen bei nur 25.000 Euro, wäre der iSFP für den Zuschuss wirkungslos.

Checkliste

  • Mehrere Sanierungsschritte sind in den nächsten Jahren geplant
  • Ein BEG-zugelassener Energieberater erstellt den iSFP
  • Der iSFP liegt vor, bevor der BAFA-Antrag gestellt wird
  • Maßnahme, Reihenfolge und Plan stimmen miteinander überein
  • Förderantrag wird vor Beauftragung gestellt
enfi24 ordnet Unterlagen und Förderwege fachlich ein. Die finale Bewilligung trifft der jeweilige Fördergeber auf Basis der geltenden Bedingungen.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein iSFP immer?

Für den Zuschuss lohnt er sich erst, wenn die förderfähigen Kosten einer Maßnahme über 30.000 Euro je Wohneinheit liegen, denn nur dann greift der Bonus und der höhere Höchstbetrag. Bis 30.000 Euro bringt er finanziell nichts. Als Planungsgrundlage bei mehreren Sanierungsschritten kann er trotzdem sinnvoll sein.

Gibt es den Bonus automatisch, wenn ich einen iSFP habe?

Nein. Der iSFP muss beim BAFA-Antrag angegeben werden, und die Maßnahme muss mit dem Plan übereinstimmen. Außerdem muss das Programm den Bonus für die jeweilige Maßnahme vorsehen.

Wie finde ich einen zugelassenen Energieberater?

Die Energieeffizienz-Expertenliste unter www.energie-effizienz-experten.de listet alle BEG-zugelassenen Berater nach Postleitzahl. Alternativ kann enfi24 eine Einordnung liefern, ob und welche Beratungsleistung für Ihr Vorhaben sinnvoll ist.

Nächster Schritt

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Geschrieben von

Naci Özdilmac

dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte

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